Fundobjekte aus der Grabkammer

Skelette aus der Jungsteinzeit sind ausgesprochen selten. Aufgrund der Anzahl der geborgenen Schädel ist in Oberbipp mit der Bestattung von rund 30 Personen zu rechnen. Sie wurden parallel neben- und übereinander im Dolmen platziert, gestreckt auf dem Rücken oder leicht zur Seite gedreht. Die Schädel lagen meist beim Eingang im Südosten. Eine Person wurde möglicherweise in sitzender Stellung in der Nähe des Eingangs beigesetzt.

 

Eine erste anthropologische Begutachtung zeigt alle Altersgruppen und Geschlechter: Männer, Frauen und Kinder. Neben Sterbealter und Geschlecht können mithilfe der Anthropologie auch Fragen zu Todesursache, Gesundheitszustand und Ernährungsgewohnheiten der Bestatteten untersucht werden. Möglicherweise lassen sich auch Rückschlüsse auf die soziale Stellung einzelner Personen, auf die Herkunft und die Verwandtschaftsverhältnisse ziehen.

 

Zwischen den Skelettresten lagen einzelne Kleinfunde, die wir als Grabbeigaben interpretieren. Dazu gehören Geräte beziehungsweise Waffen wie ein Silexmesser und neun Silexpfeilspitzen. Daneben sind aber auch Schmuckobjekte wie eine kleine Steinperle und sechs Tierzahnanhänger, darunter ein schlecht erhaltener Eberzahn, sowie eine (Meeres-) Schnecke nachgewiesen. Leider lassen sich die Objekte nicht mehr einzelnen Bestattungen zuweisen.

Ausserhalb des Dolmens wurden zwei weitere Pfeilspitzen gefunden. Aus den Schichten rings um die Anlage stammen zudem Funde aus dem Mittelalter, aus römischer Zeit und der Bronzezeit. Die Schichten, die vor dem Bau des Dolmens abgelagert wurden, lieferten neben zahlreichen Silexabschlägen und Splittern auch Artefakte und einzelne Holzkohlesplitter. Sie belegen, dass die Nutzung des Areals bis in die Mittelsteinzeit zurückreicht (9./10 Jt. v. Chr.).